In dem sudanesischen Dorf, in dem der Film spielt dreht sich alles um die Baumwolle. Frauen und Mädchen lösen mit flinken Fingern die flauschig weißen Flocken aus den geöffneten Kapseln der Pflanzen. Eine von ihnen ist die 15jährige Nafisa. Sie ist das erste Mal verliebt, in den etwas einfältigen Babiker, schreibt nebenher Gedichte, will am liebsten weg von hier. Ihre Familie hingegen, vor allem ihre Mutter sähe sie lieber mit dem Geschäftsmann verheiratet, der vor Kurzem ankam und die Moderne mitgebracht hat: genetisch modifizierte, schädlingsresistente Baumwollsamen mit zehnfach höherem Ertrag. Die wichtigste Stimme in Nafisas Leben ist die ihrer Großmutter Al-Sit, geachtete sowie gefürchtete Matriarchin und Besitzerin der hiesigen Baumwollfelder, der nachgesagt wird, sie hätte in ihrer Jugend den Tod der englischen Kolonialherren verantwortet. Hin- und hergerissen zwischen den Forderungen ihrer Familie und ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit wird Nafisa zur Schlüsselfigur in einem Machtspiel um die Zukunft des Dorfes. Im Kampf um die Felder entdeckt sie ihre eigene Stärke und verändert damit ihr Leben und das ihrer Gemeinschaft. COTTON QUEEN umspannt die Erfahrungen dreier Frauengenerationen von der kolonialen Vergangenheit bis zur Gegenwart. Ein ausdrucksstarkes Filmdebüt, der erste von einer Frau gedrehte und geschriebene sudanesische Spielfilm.